Eingewöhnung im Kindergarten – zwischen Tränen, Mut und Neubeginn
Als unsere Kinder in die Betreuung starten sollten, standen wir vor einer besonderen Herausforderung.
Zwei Eingewöhnungen gleichzeitig: Kindergarten und Tagesmutter
Mein Mann begleitete unseren Großen in den Kindergarten, während ich die Eingewöhnung mit dem Kleinen bei der Tagesmutter übernahm. Zwei verschiedene Orte, zwei verschiedene Abläufe – und doch dieselben Gefühle.
Kindergarten-Eingewöhnung: ein schwerer Start
Schon nach den ersten Tagen war klar: Die Eingewöhnung würde nicht leicht werden. Beide Kinder hatten große Schwierigkeiten, sich von uns zu lösen. Obwohl die Phase nur zwei Wochen dauern sollte, blieb jeder Abschied eine Qual. Tränen liefen, kleine Hände klammerten sich fest – und jedes „Tschüss“ fühlte sich für mich wie ein kleiner Stich ins Herz an.
Trennungsschmerz beim Kind – und der tägliche Abschiedsschmerz für mich
Am schwersten waren die Momente, in denen ich die Kinder wegbringen musste. Kaum standen wir vor der Tür, füllten sich ihre Augen mit Tränen, und ich spürte, wie mein Herz jedes Mal ein Stück zerbrach. In mir herrschte ein ständiges Hin- und Her. Einerseits wollte ich sie am liebsten in den Arm nehmen und einfach bleiben. Andererseits war da dieser tiefe Wunsch, endlich auch wieder meinen eigenen Weg zu gehen und meinem Herzenswunsch zu folgen. Dieses Zerrissensein ließ mich zweifeln, ob ich das Richtige tat – und zugleich hoffen, dass es für uns alle der Anfang von etwas Gutem sein könnte.
Mein Kindheitstraum: zurück in den Rettungsdienst
Schon als Kind hatte ich den Traum, einmal im Rettungsdienst zu arbeiten. Menschen helfen, genau dann, wenn sie Unterstützung am meisten brauchen – das war für mich nie nur ein Beruf, sondern immer ein Herzenswunsch.
Dieser Traum war nie verschwunden. Er schlummerte still in mir, während das Leben andere Prioritäten setzte. Doch nun, da beide Kinder betreut wurden, spürte ich, dass die Zeit gekommen war. Ich wollte nicht nur Mama sein, sondern auch wieder beruflich meinen Platz finden. Allein der Gedanke daran ließ mein Herz höherschlagen – endlich Verantwortung übernehmen, endlich meine Stärken einsetzen, endlich meinem Kindheitstraum folgen.
Berufseinstieg als Mama – zwischen Freude und Zweifel
So groß die Vorfreude auch war, die Zweifel waren genauso präsent. War es richtig, die Kinder trotz ihrer Tränen loszulassen? Tat ich ihnen weh, nur weil ich meinen Weg gehen wollte? Oder war es genau das, was uns allen guttun würde – weil ich dadurch wieder mehr Kraft, Freude und Ausgeglichenheit fand?
Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ein Schritt, der Mut braucht
Die Eingewöhnung im Kindergarten war alles andere als leicht. Aber sie war notwendig. Sie hat mir gezeigt, dass Loslassen nicht nur für Kinder schwer ist, sondern auch für uns Eltern. Und dass es in Ordnung ist, eigene Träume zu verfolgen – auch wenn Schuldgefühle und Zweifel dabei ein ständiger Begleiter sind. Am Ende war es ein Schritt, der Mut brauchte – und uns alle wachsen ließ.

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