Krankheit und Krankenhausaufenthalte

So sehr mir die Schule Halt gab – zu Hause war die Situation in dieser Zeit alles andere als leicht. Meine Mama war schwer krank und musste immer wieder ins Krankenhaus. Erst wegen ihrer Schrumpfniere, später dann wegen ihres Magens, von dem mehr als die Hälfte entfernt werden musste. Für sie war es eine Qual, für uns Kinder eine enorme Belastung.


Allgegenwärtige Angst

Das Schwerste für mich war die Angst, wieder ein Familienmitglied zu verlieren. Meine Oma und mein Vater waren schon gestorben – und jedes Mal, wenn meine Mama ins Krankenhaus musste, fürchtete ich, dass auch sie nicht mehr zurückkommen würde. Diese Angst war allgegenwärtig, besonders abends im Bett oder auf dem Weg ins Krankenhaus.


Zuflucht bei der Nachbarin

Wenn meine Schwester und ich in dieser Zeit nicht allein zu Hause sein konnten, kümmerte sich die beste Freundin meiner Mama – unsere Nachbarin – um uns. Dort fühlten wir uns wohl, es war eine kleine Zuflucht. Und doch: Am liebsten wäre ich einfach zu Hause gewesen, in unserer eigenen Wohnung, mit meiner Mama.


Kleine Momente der Normalität

Ein bisschen Halt gaben mir die Schule und meine Freunde. Vormittags konnte ich mich im Unterricht ablenken, nachmittags spielte ich draußen – das waren kleine Momente der Normalität. Doch wenn ich nach Hause kam, war da wieder diese Leere und Traurigkeit, weil meine Mama nicht da war.


Offene Worte und schwere Erinnerungen

Meine Mama sprach mit uns offen über ihre Krankheit. Das war wichtig, denn ihr Leben hatte sich durch die Operationen grundlegend verändert. Gleichzeitig war es für mich schwer auszuhalten. Besonders eine Erinnerung brennt sich bis heute in mein Herz:
Bei einer Visite im Krankenhaus sagte der Arzt zu ihr den Satz:
„Entweder Sie hören auf mit dem Rauchen, oder Sie leben keine zwei Monate mehr.“
Für ein Kind war das kaum zu ertragen.


Zwischen Panik und Erleichterung

Bevor wir meine Mama im Krankenhaus besuchten, hatte ich jedes Mal panische Angst: Was, wenn ich in ihr Zimmer komme – und das Bett ist leer? Umso größer war die Erleichterung, wenn sie doch da lag und mir zulächeln konnte.


Muster fürs Leben

Die Worte der Ärzte, die ständige Sorge, all das habe ich versucht zu verdrängen. Und wenn das nicht gelang, machte ich es mit mir selbst aus. Heute weiß ich: Genau dieses Muster – alles in mich hineinzufressen und allein zu tragen – hat mich stark geprägt und mein späteres Leben beeinflusst.

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