Zwischen Zweifel und Herzentscheidung

Nachdem der Kontakt zu meiner Schwester endgültig beendet war, traf ich mich weiterhin regelmäßig mit ihrem Ex-Freund. Jedes Mal, wenn wir Zeit miteinander verbrachten, fühlte ich mich komisch. Auf der einen Seite hatte es etwas Falsches – auf der anderen Seite fühlte es sich auch wieder richtig an.
Am Ende hörte ich auf mein Herz. Und mein Herz sagte mir: „Das ist richtig. Ich möchte diese Zeit mit ihm verbringen.“


Von Begegnungen zu Gemeinsamkeit

Nach und nach entwickelte sich mehr daraus. Bald verbrachten wir jede freie Minute zusammen. Doch so schön es auch war – anstrengend wurde es trotzdem. Ich hatte meine eigene Wohnung, er seine, in der er zuvor mit meiner Schwester gelebt hatte. Wir pendelten ständig zwischen beiden Wohnungen. Oft waren wir bei mir, wenn er arbeiten musste, den Rest der Zeit aber meist bei ihm. Dieses Hin- und Herfahren ließ mich das Gefühl haben, nirgends wirklich anzukommen oder zur Ruhe zu kommen.


Der Schritt ins gemeinsame Zuhause

Als meine Schwester schließlich auch die letzten Sachen aus der gemeinsamen Wohnung abgeholt hatte, kam er mit einer Idee auf mich zu:
„Warum behalten wir eigentlich beide Wohnungen? Wollen wir nicht zusammenziehen?“

Mein erster Gedanke war: „Scheiße, was sagt wohl meine Betreuerin dazu? Ich habe doch erst seit ein paar Monaten meine eigene Wohnung.“
Zweifel machten sich breit. War es zu früh? War es die richtige Entscheidung? Oder sollten wir noch warten?

Und doch entschieden wir uns dafür. Wir gaben meine Wohnung auf und zogen in seine, die nicht nur größer war, sondern auch den Vorteil hatte, dass seine Mutter direkt darunter wohnte. Für mich ergab es keinen Sinn, doppelt Miete zu zahlen, wo wir doch ohnehin die meiste Zeit bei ihm verbrachten.

Der Umzug selbst verlief schnell und unkompliziert – viel mitzunehmen gab es aus meiner kleinen Wohnung nicht. Und plötzlich lebten wir richtig zusammen.


Ankommen in einer neuen Familie

Mit der Zeit wurde auch mein Kontakt zu seiner Familie enger. Ich merkte, wie schön ein familiärer Umgang sein konnte – etwas, das ich in den letzten Jahren so sehr vermisst hatte. Doch die Zweifel hörten nicht auf. Immer wieder fragte ich mich: „Was denken die anderen wohl über mich? Werde ich jemals ein wirklicher Teil dieser Familie sein? Habe ich das überhaupt verdient?“

Trotz all dieser Gedanken war die Zeit voller schöner Momente. Besonders im Garten meiner heutigen Schwiegereltern kam es zu einer Situation, die ich nie vergessen werde:
Mein – damals noch nicht ganz offizieller – Freund fragte mich, ob ich mit ihm zusammen sein möchte. Aber er stellte es mir nicht einfach so, sondern als kleine Scherzfrage mit drei Antwortmöglichkeiten:

  • Ja
  • Nein
  • Ich mag Toastbrot

Und ich? Natürlich kreuzte ich „Toastbrot“ an! 😅 Doch das änderte nichts daran: Von diesem Moment an durfte ich ihn offiziell meinen Freund nennen.


Alte Bekannte, neue Freundschaften

In dieser Zeit geschah noch etwas Schönes: Ich traf zufällig eine ehemalige Klassenkameradin wieder. Sie war damals ins Ausland zu ihrem Vater gezogen, und wir hatten jahrelang keinen Kontakt mehr. Wie durch einen dummen Zufall liefen wir uns in der Stadt über den Weg und tauschten sofort Nummern aus. Schon kurz darauf trafen wir uns wieder regelmäßig.

Dass sie zu diesem Zeitpunkt schwanger war und wir dadurch in den kommenden Monaten einige lustige Situationen erleben würden – das konnte ich damals noch nicht ahnen. Aber schon jetzt war klar: Auch sie sollte wieder ein wichtiger Teil meines Lebens werden.

Tags

Bisher gibt es keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert