Hallo, schön, dass du hier bist.
Mein Name ist Anne, und ich schreibe diesen Blog aus einem einfachen Grund: Ich möchte meine Geschichte teilen. Nicht, weil ich mich in den Mittelpunkt stellen will, sondern weil ich glaube, dass das, was ich erlebt habe – und was ich immer noch erlebe – anderen Mut machen kann.
Es geht hier nicht darum, wer ich bin, sondern darum, was hinter den Worten steckt: Erfahrungen, Erinnerungen, schwere Zeiten und kleine Lichtblicke. Herz im Nebel ist für mich ein Weg, all das sichtbar zu machen – und vielleicht dir das Gefühl zu geben, dass du mit deinen eigenen Kämpfen nicht allein bist.
Ich bin Mama von drei wundervollen Kindern – zwei davon geplant, nur etwas früher als gedacht.
Und Nummer drei?
Ein kleines Wunder, um das ich lange gerungen habe, das aber mein Herz auf seine eigene Weise heil macht.
Ich bin Ehefrau. Tochter. Schwester.
Und ein Mensch mit vielen unsichtbaren Narben.
Ich weiß, wie es ist, im eigenen Leben zu funktionieren, ohne es wirklich zu spüren.
Burnout. Depression. Erschöpfung,
die tiefer geht als Müdigkeit.
Ich kenne das alles. Es sind keine Schlagworte – es ist mein Alltag, mein Inneres, mein Kampf.
Und ich weiß auch, wie es ist, nicht ernst genommen zu werden.
Sieben Jahre lang hörte ich von Ärzt*innen Dinge wie:
„Stellen Sie sich nicht so an.“
„Treiben Sie etwas Yoga.“
„Das ist ganz normal, wenn man Mutter ist.“
Aber nichts davon war normal.
Ich wusste das – aber niemand wollte es hören.
Auch nicht meine Freund*innen.
Immer war für ihre Probleme Zeit.
Für meine nicht.
Ich war der Kummerkasten für alle,
aber mein eigener Schmerz hatte keinen Platz.
Als ich mich öffnete, wurde darüber gelacht.
Oder schlimmer – meine Geschichte wurde weitergegeben, als wäre sie ihre.
Also habe ich irgendwann geschwiegen.
Komplett.
Denn Schweigen tat weniger weh als Nicht-Gesehen-Werden.
Ich habe früh gelernt, was Verlust bedeutet.
Ich wuchs zwischen meiner leiblichen Mutter und meiner Pflegemutter auf – hin und her, nie wirklich angekommen.
Mein Papa starb, als ich acht war. Meine Oma kurz darauf.
Nach einem kurzen, gewaltvollen Aufenthalt bei meiner leiblichen Mutter kam ich endgültig zu meiner Pflegemutter – meiner „Mama“.
Doch auch sie starb.
17 Tage nach meinem Ausbildungsbeginn.
Ich bekam den Anruf während der Arbeit.
Und wieder war ich allein.
Ich lebte bei meiner Schwester – bis ihr Partner mich bedrohte.
Ich floh in eine Wohngruppe.
Drei Jahre lang blieb ich dort.
Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, wirklich gesehen zu werden.
Auch wenn es nicht immer einfach war, und auch dort eine sehr belastende Erfahrung meine Seele erschütterte, war ich nicht mehr vollkommen allein.
Nach diesem Vorfall bekam ich eine Bezugsbetreuerin zur Seite gestellt.
Einen Menschen, der mich nicht nur fachlich begleitet hat, sondern mich mit der Zeit wirklich verstanden hat.
Aus dieser Verbindung ist etwas Besonderes gewachsen:
Heute ist sie nicht nur eine enge Vertraute, sondern eine Freundin, die geblieben ist.
Irgendwie ist sie für mich zu einer Art Ziehmama geworden.
Eine, die ich mir nicht gesucht habe, aber ganz dringend gebraucht habe!
Ich habe eine Familie gegründet.
Ich habe oft funktioniert, aber selten gelebt.
Ich hörte Sätze wie:
„Du bist mit deinen Kindern echt gestraft.“
„Zum Glück sind meine nicht so.“
„Wie kannst du nur solche Kinder haben?“
Und irgendwann glaubte ich das selbst!
Ich dachte, ich sei zu dick, zu hässlich, zu laut, zu sensibel.
Ich dachte, mein Mann hätte eine bessere Frau verdient.
Ich dachte, meine Kinder hätten eine bessere Mutter verdient.
Und so wurde ich immer stiller.
Bis heute sage ich meist „Mir geht’s gut“,
wenn mich jemand fragt.
Denn alles andere ist zu anstrengend.
Warum Herz im Nebel?
Weil ich dieses Gefühl kenne:
In einem dichten, grauen Nebel zu leben – die eigenen Gedanken verschwommen,
Gefühle nur noch vage, kaum Orientierung.
Und doch – irgendwo darin – schlägt es noch:
Mein Herz. Dein Herz.
Nicht sichtbar, nicht laut. Aber da.
Zu viele Menschen spielen mit diesem Wort „Depression“.
Nutzen es als Ausrede. Oder als Modeerscheinung.
Aber wer wirklich darunter leidet, weiß:
Es ist kein Spiel.
Es ist ein inneres Überleben.
Herz im Nebel ist mein Raum, das zu zeigen.
Für all die, die sich nie gesehen fühlen.
Für die, die schweigen mussten.
Für dich – wenn du dich hier wiederfindest.
Ich will dir keine Ratschläge geben.
Ich will kein Mitleid.
Ich will einfach ehrlich sein.
Und dir zeigen:
Du bist nicht allein.
Du bist nicht falsch.
Du bist nicht zu viel.
Und du darfst müde sein.
Vielleicht findest du hier einen Satz, der den Nebel etwas lichtet.
Vielleicht ist dieser Blog dein stilles „Ich auch“.
Vielleicht dein erster Schritt, dich selbst wieder zu fühlen.
Was auch immer du hier findest –
Ich bin froh, dass du da bist.
Und wenn du willst – gehen wir ein Stück gemeinsam.

Bisher gibt es keine Kommentare