Alles verändert sich

Nach der Geburt hatte sich mein Leben komplett gewandelt. Nichts war mehr wie zuvor. Mit Freunden auszugehen gehörte plötzlich nicht mehr dazu. Ich blieb lieber zuhause – nicht, weil ich es unbedingt wollte, sondern weil ich überzeugt war: So gehört sich das, wenn man ein Kind hat.


Paar sein – nur noch Erinnerung

Die Beziehung zu meinem Mann veränderte sich ebenfalls. Paarmomente gab es nicht mehr, alles drehte sich nur noch um unser Baby. Ich selbst nahm mich nicht mehr als Frau wahr, sondern nur noch als Mutter – zu hundert Prozent.


Sehnsucht nach Freiheit

Trotzdem waren da Gefühle, die ich kaum zuließ. Ich vermisste Freiheit, Zweisamkeit, und auch die Möglichkeit, wieder unter Menschen zu sein. Arbeiten zu gehen, Hobbys nachzugehen oder einfach mal spontan etwas für mich zu tun – all das fehlte mir. Doch statt dafür Wege zu suchen, verdrängte ich meine Sehnsucht. Ich redete mir ein: Das gehört als Mama nicht mehr in mein Leben rein.


Zwischen Erinnerung und Vergessen

Eine Freundin war es, die mich zwischendurch daran erinnerte: „Du bist zwar Mama, aber immer noch eine Frau.“ Ihre Worte gaben mir kurz das Gefühl, nicht ganz verloren zu sein. Doch insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es allen um mich herum egal war.


Ein schleichender Prozess

Dass ich mich selbst dabei immer mehr verlor, bemerkte ich nicht bewusst. Für mich war es ein schleichender Prozess. Ich dachte mir: Es passt schon so. Heute weiß ich, dass es eben nicht passte – aber damals war das meine einzige Realität.


Rückblick

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, habe ich kein Bedürfnis, meinem damaligen Ich etwas zu sagen. Vielleicht, weil ich weiß, dass Worte nichts geändert hätten. Es war ein Weg, den ich so gegangen bin – und der mich zu dem gemacht hat, wer ich heute bin.

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