Die ersten Wehen
Am Freitagabend setzten die ersten leichten Wehen ein. Unsicher, ob es nun wirklich losging, rief mein Mann seine Mama an und fragte sie, was wir tun sollten. Schließlich entschieden wir, ins Krankenhaus zu fahren. Dort wurde ein CTG geschrieben und der Muttermund kontrolliert. Zur Entspannung und Schmerzlinderung bekam ich Buscopan-Tabletten – und durfte wieder heim.
Die Nacht im Krankenhaus
Doch in der Nacht, gegen zwei Uhr, wurden die Schmerzen intensiver. Also fuhren wir erneut ins Krankenhaus. Wieder einmal wurde ein CTG geschrieben, und diesmal hieß es: bleiben. Ich bekam Schmerzmittel, die mir endlich etwas Ruhe verschafften. Erschöpft, aber dank der Medikamente, konnte ich endlich schlafen, während mein Mann nach Hause fuhr, um sich auch noch einmal auszuruhen – immerhin musste er am Morgen wieder arbeiten.
Der lange Tag des Wartens
Am nächsten Morgen sollte wieder eine Kontrolle folgen, doch ich ging nicht sofort hin. Die Schwester, die mich aufforderte, war so unfreundlich, dass ich lieber auf meine Schwiegermama wartete. Als sie endlich kam, gingen wir gemeinsam spazieren, um die Wehen weiter voranzutreiben. Zur Mittagszeit kehrten wir ins Zimmer zurück, um eine Pause zu machen. Ausgerechnet da kam die Schwester wieder herein, sichtlich genervt, und meckerte, wie faul ich doch sei, weil ich nicht zum CTG gegangen war.
Meine Schwiegermama nahm sofort Stellung und sagte: „Wir sind die ganze Zeit spazieren gewesen.“ Nach dem Essen ging ich mit ihr zum CTG – und anschließend wieder spazieren.
Zwischendurch kam eine Bekannte mit ihren Freunden vorbei. Es war unglaublich anstrengend, weil sie zu allem und jedem etwas zu sagen hatte, selbst während ich meine Wehen veratmen musste. Meine Schwiegermama war sichtlich genervt, und ich war erleichtert, als sie endlich wieder gegangen waren.
Zurück im Zimmer warteten wir auf meinen Mann. Als er ankam, tauschten die beiden: Meine Schwiegermama fuhr nach Hause, und mein Mann blieb bei mir. Es folgte wieder eine Untersuchung, wieder ein CTG, und ich fragte noch einmal nach Schmerzmitteln. Damit konnte ich erneut schlafen. Währenddessen fuhr mein Mann kurz nach Hause, um etwas zu essen – schließlich war er direkt von der Arbeit ins Krankenhaus gekommen.
Der Abend – es wird ernst
Am Abend, gegen 19 Uhr, schrieb ich ihm, wo er blieb. „Ich bin schon unterwegs“, antwortete er. Kaum war er da, gingen wir zur Hebamme, weil die Wehen stärker wurden. Sie zogen dieses Mal bis in den Rücken, und ich hatte zeitweise kaum Gefühl in den Beinen. Gleichzeitig spürte ich den Drang, auf die Toilette zu müssen.
Die Hebamme begleitete mich. Ich bat meinen Mann, mir eine neue Hose zu holen, weil sich alles merkwürdig nass anfühlte. Als die Hebamme nachsah, sagte sie nur: „Sie brauchen nichts holen – die Geburt geht bald los!“ In diesem Moment wusste ich: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir gingen in den Kreißsaal.
Der Kreißsaal
Dort folgte eine Untersuchung, die mir große Schmerzen bereitete. Ich bat die Hebamme mehrmals aufzuhören, doch sie hörte nicht. Erst als mein Mann laut wurde, ließ sie endlich ab. Als die Hebamme meinte: „Es geht so langsam los“, griff mein Mann sofort zum Handy und rief seine Mutter an, weil sie unbedingt dabei sein sollte. Eigentlich hatte sie sich schon fürs Bett fertiggemacht, aber sie zog sich schnell wieder an und machte sich auf den Weg.
Als sie ankam, war die Geburt bereits in vollem Gange. Ich war so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich gar nicht bemerkte, wie sie ins Zimmer kam. Irgendwann fiel mir auf, dass plötzlich keine Wehe mehr kam. In diesem Moment sagte sie einen Satz, den ich nie vergessen werde:
„Aua, das muss doch weh tun!“
Verwirrt sah ich sie an und fragte: „Nein, was ist denn?“
Sie lächelte und antwortete: „Der Kopf ist fast da – merkst du das nicht?“
Und ich konnte nur ehrlich sagen: „Nein, das merke ich überhaupt nicht.“
Die Hebamme fragte, ob eine neue Wehe käme. „Gerade nicht“, antwortete ich. Doch gefühlt nur zwei Minuten später rief ich: „Jetzt aber!“ – und dann war er auch schon da.
Ein kleines Wunder
Am Samstag, um 22:59 Uhr, erblickte unser kleiner Sohn das Licht der Welt.
Mit 2840 Gramm und 49 Zentimetern war er endlich da – und mein Herz war voller Glück, Liebe und Erleichterung.

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