Auch wenn vieles in dieser Zeit schwierig war, verbinde ich mit der Förderschule nicht nur belastende, sondern auch richtig schöne Erinnerungen. Sie haben mir Kraft gegeben – und sie begleiten mich bis heute.
Die Theater-AG
Angefangen hat alles mit der Theater-AG. Sie wurde schnell zu meinem Lieblingsfach und zu einem festen Bestandteil meines Alltags. Es gab kaum eine Gelegenheit, zu der wir nicht auf der Bühne standen: zu Weihnachten, zu Ostern, bei Einschulungen oder Verabschiedungen. Jedes Mal durften wir etwas aufführen.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Stück zum Thema Gewalt an der Schule, in dem ich eine der Hauptrollen übernehmen durfte. Ich war überrascht, dass man mir so viel zutraute – und gleichzeitig voller Lampenfieber. Schaffe ich das überhaupt? Am Ende war es genau diese Erfahrung, die mich mutiger machte. Ich hatte mich selbst überrascht und gespürt, dass ich mehr konnte, als ich mir jemals zugetraut hätte.
Die Theater-AG hat mich verändert. Sie hat mir gezeigt, dass ich in eine andere Rolle schlüpfen, laut sein, frei sein und über mich hinauswachsen konnte. Für diese Zeit bin ich bis heute dankbar – auch wenn später im Leben vieles von diesem Selbstvertrauen wieder zerstört wurde.
Musik – mein Lieblingsfach
Neben dem Theater war die Musik ein weiterer Schatz für mich. Schon immer hatte ich Musik geliebt, und nun bekam ich die Chance, mehr daraus zu machen. In der Musik-AG lernte ich Keyboard zu spielen. Manche Stücke waren einfach und spielerisch, andere wiederum erforderten viel Übung und Anstrengung. Beides zusammen machte die Musik für mich so besonders: Sie war Freude und Herausforderung zugleich.
Oft durfte ich bei Schulfeiern vorspielen. Jedes Mal stand ich mit heftigem Lampenfieber da – noch stärker als beim Theater – und trotzdem tat ich es. Ich stellte mich der Angst und merkte: Ich kann es schaffen.
Ein Schatz fürs Leben
Wenn ich heute zurückblicke, sind diese Erinnerungen für mich ein Schatz. Sie zeigen mir, dass eigentlich alles möglich ist, wenn man nur daran glaubt und sich selbst vertraut. Theater und Musik haben mir Selbstbewusstsein und Mut geschenkt. Und auch wenn vieles davon später wieder zerbrochen ist – diese Erinnerungen bleiben ein Beweis dafür, dass in mir mehr steckt, als ich manchmal glaube.

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